Die Witwe Maria von Helfenstein [Ruine bei Geislingen a. d. Steige/Lkr. Göppingen] geborene Herzogin von Bosnien ("Bossen") und ihr Sohn Graf Friedrich [I.] von Helfenstein [-Wiesensteig] schulden Heinrich Besserer, derzeit Bürgermeister in Ulm, 500 neue ungarische Goldgulden, die er ihnen geliehen hat. Dafür verpfänden sie ihm ihren Hof in Ulm im Stadelhof [abgegangener Meierhof, Bereich Große Blau, Hämpfergasse, Schweinmarkt, Schwilmengasse, Gerbergasse und Fischergasse, genaue Ausdehnung unbekannt] neben dem Wohnsitz des verstorbenen Heinrich Süß ("Ssiess") mit der zugehörigen Hofstatt und jährlichen Zinsen in Höhe von 38 Pfund Heller und 124 Weihnachtshühnern, die zu dem Hof gehören, sowie der Gült, die der Hofmeister, der den Hof bewirtschaftet, jedes Jahr zu entrichten hat. Der Hof und seine Zugehörungen sind Reichslehen. Sie behalten sich die Auslösung des Hofes gegen Rückzahlung des ihnen geliehenen Kapitals vor. Diese ist nur zwischen dem 6. Januar ("dem Obrosten tag ze Wyhennechten") und dem Sonntag Invocavit ("vff den Wissen Sunnentag") in der Fastenzeit möglich und muss Heinrich Besserer zuvor zwischen dem 11. November ("sant Martins tag") und dem 6. Januar angekündigt werden. Die geliehene Summe ist dann bis spätestens Invocavit mit neuen ungarischen Gulden in Ulm oder einem Ort im Umkreis von 3 Meilen um Ulm, den Heinrich Besserer bestimmen kann, zurückzuzahlen. Heinrich Besserer und seine Erben können dagegen die Pfandschaft nicht aufkündigen und die Auslösung des Hofes fordern. Maria von Helfenstein und ihre Sohn verpflichten sich, den Hof bis zum Tod der Gräfin nicht auszulösen.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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