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Abt. Staatsarchiv Freiburg, T 1 (Zugang 1979/0025)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik) >> Nachlässe und Familienarchive >> Nachlässe und Vorlässe
1957-1977
Überlieferungsgeschichte
Geb. 5. Juni 1904 in Lahr, gest. 29. Juni 1975 in Achern. 1922-1925 Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg, Berlin und Heidelberg (Promotion in Heidelberg 1928), 1925 Gerichtsreferendar, 1928 Gerichtsassessor, 1929-1945 Rechtsanwalt in Pforzheim, 1930 Lehrauftrag an der Technischen Hochschule Karlsruhe, dort 1933 Privatdozent und 1940 außerplanmäßiger Professor, 1941-1944 dienstverpflichtet beim Chef der deutschen Zivilverwaltung im Elsaß, 1945-1948 Justitiar bei einer Papierfabrik in Oberkirch, ab 1948 Rechtsanwalt in Freiburg, 1949 Privatdozent an der Universität Freiburg, 1950 dort außerplanmäßiger Professor. Politische Ämter: 1953-1972 Abgeordneter im Deutschen Bundestag (CDU; 1954-1955 Generalberichterstatter des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags für die europäischen Verträge), 1955-1958 Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, 1956-1958 als erster Deutscher deren Präsident, 1957-1973 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und der Versammlung der Westeuropäischen Union, 1958-1966 Präsident des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung, 1958-1973 Mitglied des Europäischen Parlaments, 1958-1960 und 1962-1973 deren Vizepräsident sowie 1960-1962 deren Präsident.
Inhalt und Bewertung
Wahlkampfmaterialien; Publikationen Furlers; Fotos von politischen Auftritten Furlers; politische Flugschriften aus der Zeit der Weimarer Republik
Biographie: Hans Furler wurde am 5. Juni 1904 als erster Sohn von Emil Furler, Prokurist in einer Zigarrenfabrik, in Lahr geboren. Die Schulausbildung absolvierte er nach einer nur dreijährigen Grundschulzeit am humanistischen Scheffel-Gymnasium in Lahr und studierte nach seinem Abitur im Jahr 1922 Jura in Freiburg, Berlin und Heidelberg. Sein erstes Staatsexamen bestand Furler 1925, das zweite nach dem Vorbereitungsdienst u.a. in den Bezirksämtern Lahr, Konstanz, Kehl, Emmendingen, Lörrach und Schopfheim im Jahr 1928, in dem er ebenfalls bei dem Staatsrechtler Professor Gerhard Anschütz mit einer Dissertation über "Das polizeiliche Notrecht und die Entschädigungspflicht des Staates" promoviert wurde. Neben seiner Anstellung als Anwalt in Pforzheim lehrte Furler bereits seit 1930 an der TH Karlsruhe, wo er sich auch 1932 mit einer Arbeit zu "Besitz, Verkehrsgeltung, Verwirkung im Wettbewerbsrecht" habilitierte. An der Universität Karlsruhe wurde Hans Furler auch 1940 zum außerplanmäßigen Professor für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht ernannt. 1937 heiratete Furler die Papierfabrikantentochter Gretel Koehler aus Oberkirch, mit der er drei Kinder hatte. Zwischen 1941 und 1944 war Furler beim Chef der deutschen Zivilverwaltung im Elsass als Sachbearbeiter in der Finanz- und Wirtschaftsabteilung dienstverpflichtet. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Justitiar bei der Papierfabrik seiner Schwiegereltern, der Firma Koehler AG in Oberkirch, bevor er 1948 eine eigene Kanzlei in Freiburg im Breisgau gründete. An der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde Hans Furler auch im Jahr 1950 außerplanmäßiger Professor, nachdem er im Dezember des Vorjahres bereits die Venia legendi für die Universität Freiburg erhalten hatte. Furler publizierte daneben auch weiterhin im Patent- und Musterrecht und war seit 1955 Mitherausgeber des Archivs für Urheber-, Film-, Funk- und Theaterrecht. Der Beginn des politischen Engagements Hans Furlers fällt in das Jahr 1952, als er in die CDU eintrat. Bereits ein Jahr später zog Furler über die Landesliste für die CDU in den Bundestag ein, ab 1957 übernahm er als Abgeordneter den Wahlkreis Offenburg. Im Deutschen Bundestag war Hans Furler Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und fungierte für seine Fraktion zwischen 1954-1955 als Ausschussberichterstatter für die Pariser Verträge. Vom 29. Januar bis zum 25. Mai 1959 leitete er diesen Ausschuss schließlich, zudem hatte er von 1953 bis 1957 den stellvertretenden Vorsitz des Bundestagsausschusses für Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht inne, vom 10. Mai 1957 bis zum Ende der zweiten Legislaturperiode im September 1957 war er Vorsitzender des Sonderausschusses "Gemeinsamer Markt/Euratom" und wirkte als solcher auch am Ratifizierungsprozess der Römischen Verträge 1957 mit. Er war außerdem vom 1. Juli 1955 bis zum 19. März 1958 Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), von 1956 an als deren erster deutscher Präsident. Hans Furler gilt als einer der großen Vorkämpfer des europäischen Parlamentarismus. So war er von 1958 bis 1973 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung bzw. des Europäischen Parlaments, als dessen Präsident von 1960 bis 1962 bzw. Vizepräsident von 1962 bis 1973 er amtierte. Hans Furler kämpfte u.a. für eine Direktwahl des Europäischen Parlaments. Zwischen 1958 und 1966 war er zudem ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung. Das politische und gesellschaftliche Engagement Hans Furlers wurde bereits 1958 mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland honoriert, 1962 erhielt er die Ehrenbürgerwürde seines Wohnorts Oberkirch. Im Frühjahr 1973 zog sich Hans Furler 69jährig aus dem aktiven politischen Geschäft zurück. Er verstarb am 29. Juni 1975 und wurde am 4. Juli in Oberkirch im Beisein von Persönlichkeiten des politischen Lebens wie dem ehemaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger oder dem Präsidenten des Europäischen Parlaments Georges Spénale beigesetzt.
Überlieferungsgeschichte und Erschließung des Bestandes: Bei dem im Staatsarchiv Freiburg verwahrten Nachlass Hans Furlers handelt es sich lediglich um einen Nachlasssplitter, da sich seinem Tod neben dem Staatsarchiv Freiburg auch das Bundesarchiv in Koblenz sowie das Archiv für christlich-demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung Sankt Augustin um den Nachlass des CDU-Politikers bemühten. Deshalb wurde der Nachlass unglücklicherweise auseinandergerissen. Sein Hauptteil umfasst 4,8 lfd. m und befindet sich unter der Signatur N 1255 im Bundesarchiv in Koblenz, die Konrad-Adenauer-Stiftung verwahrt weitere 2,8 lfd. m, während sich im Staatsarchiv Freiburg lediglich 0,1 lfd. m befinden, die hauptsächlich aus Fotos bestehen. Der Nachlasssplitter gelangte im Jahr 1978 durch Schenkung der Witwe, Gretel Furler, in den Besitz des Staatsarchivs Freiburg. Die im Bestand enthaltenen Fotos unterliegen noch den Beschränkungen des Urheberrechts. Der Bestand umfasst 19 Archivalieneinheiten und 0,1 lfd. m. Er wurde im Juli 2011 im Rahmen eines Erschließungsprojekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg von Stefanie Albus-Kötz erschlossen und ist nach der Maßgabe des Archivgesetzes des Landes Baden-Württemberg und der Archivbenutzungsordnung zugänglich. Freiburg im Juli 2011 Dr. des. Stefanie Albus-Kötz
Literatur und Sachverwandtes: Ferdinand, Horst / Kohler, Adolf: Für Europa - Hans Furlers Lebensweg. Bonn 1977.
1-20
Bestand
Ferdinand, Horst / Kohler, Adolf: Für Europa - Hans Furlers Lebensweg. Bonn 1977.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.