Der Priester Konrad Diepolt, Kaplan an der Dreikönigskapelle in Ulm [ehemals Frauenstraße 30], stiftet einen Jahrtag für sich, seinen Bruder Klaus Diepolt, ihre Eltern, den Grautucher Heinrich Haym und seine Ehefrau Katharina, deren Tochter Angelika ("Engel") Haym sowie für Leonhard Hammerschlag und dessen Ehefrau Elisabeth. Dazu gefallen nach seinem Tod jährlich 6 Pfund Heller von seinem Hof in Oxenbronn ("Ochsenbrunnen") [Stadt Ichenhausen/Lkr. Günzburg], den der Ritter bewirtschaftet, an den Kaplan oder Altaristen, der den Altar, den er und sein Bruder im Ulmer Münster gestiftet haben, innehat. Dieser soll dafür den Jahrtag jedes Jahr um den 23. April ("vff sant Jörgen tag") mit Vigil und Seelmesse im Münster feierlich begehen lassen. Dabei soll er von dem Zins dem Pfarrer 4 Schilling Heller und seinen Helfern und Gesellen im Münster 8 Schilling Heller, wofür diese noch eine besondere Seelmesse singen sollen, geben. Außerdem erhält jeder Kaplan in Ulm, der an Vigil und Seelmesse teilnimmt, 2 Schilling Heller. Wer nur die Vigil mitfeiert erhält 1 Schilling Heller. Schließlich bekommt noch der Mesner im Münster an dem Jahrtag 18 Heller. Auch soll der Kaplan zu dem Jahrtag 4 Pfund Wachs für Kerzen und Opferlichter erwerben. Was dann noch von dem Zins übrig ist, verbleibt dem Kaplan. Reicht der Zins aber einmal nicht aus, um den Jahrtag in der festgelegten Form zu begehen, dann muss der Kaplan den Rest von den Einkünften seines Altars zuschießen. Bei Säumnis fällt der Zins in dem betreffenden Jahr an die Bruderschaft der Priester am Ulmer Münster. Der Stifter lässt darüber von dem öffentlichen Notar Johann Minner von Ditzenbach ("Titzembach") [heute Bad Ditzenbach/Lkr. Göppingen] ein Notariatsinstrument ausfertigen.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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