Blasius ("Bleße") Sautter von Erbisreute ("Herbisreitti") und Ehefrau Margretha Zipelerin bekennen, daß Gerwig [Blarer], Abt zu Weingarten und Ochsenhausen, ihnen auf Lebenszeit ein Gut in Erbisreute verliehen hat. Sie müssen es persönlich in Hubers Weise bewirtschaften und in gutem Zustand halten, dürfen es "nindert schlaitzen" und nichts daraus veräußern. Die zugehörigen Wälder dürfen nur zur Entnahme von Bau- und Brennholz für den Eigenbedarf genutzt, Eichen und andere fruchttragende ("berend") Bäume nur mit Zustimmung des Abtes gefällt werden. Jährlich zu St. Martin bzw. den üblichen Zeiten entrichten die Beliehenen an Zins und Hubgült dem Schulmeister 10 Scheffel Hafer, 1 lb 8 ß d, 4 Hühner und 60 Eier, in die Kustorei 4 Streichen Hafer, 6 ß d, 4 Hühner, 2 Fuder Holz, in das Kloster 1 Fasnachthenne, nach Waldburg 4 Hühner, 30 Eier, ferner den Förstern 4 "feur pfening", 1 ß d Maiengeld, alles in Ravensburger Maß und Währung, dazu kommen Fuhrdienste von 2 Tagen im Wald, um Holz zu holen. Das Gut fällt heim bei Verletzung der Leihebedingungen, wenn die Beliehenen sich mit Leib und Gut dem Kloster "abschwaif" und ungehorsam machen, bei Eingehen einer Ungenossamenehe und im Todesfall, ebenso wenn sie den Ehrschatz von 46 fl nicht wie versprochen bezahlen, d.h 16 fl in bar sowie jeweils 10 fl zu Georgii, Martini und wieder zu Georgii. Das Gut muß beim Heimfall mit Dritteil sowie Heu- und Strohrichte zurückgelassen werden ohne Rücksicht darauf, ob die Beliehenen Dritteil, Heu- und Strohrichte vorgefunden haben oder nicht. Anspruch auf Aufwendungsersatz besteht nicht. Rückvermerk: "Nota aus disem guot ist genomen und Michel Bayrn eingelegt drei jucharten ackhers im Obern Winckhel sampt der juchart, so er vorhin in hat, und die wiß am Talackher, gibt davon dem schuolmaister zins ain halben scheffel[,] was darauf wechst, und ain pfundt haller und meinem g[nädigen] herrn in zins rodel ain guldin. Darumb hat Bayer ain lehenbrief."